+ 08.11.2012 + 3SAT 20:15

Im Herbst 2010 bringt der Energieversorger EnBW AG seinen Offshore-Windpark Baltic 1 in Stellung. Doch die Windräder stehen erst einmal still: Der nötige Netzanschluss fehlt noch. Ein Horrorszenario für die junge Offshore-Branche. Ohne Netzanschluss ist der tollste Windpark nutzlos.

Beim Windpark Baltic 1 hat es fast ein halbes Jahr gedauert, bis er Strom ans Festnetz liefern konnte. Was in der Ostsee noch wie ein Einzelfall aussah, droht jetzt zur Regel zu werden. Denn die 30 bis 100 Kilometer von der Küste entfernten Windparks ans Netz anzuschließen ist viel aufwendiger und dauert länger als gedacht.

Bedeuten die Verzögerungen beim Bau der Windparks und Versäumnisse beim Ausbau der Netze, dass die Energiewende schon gescheitert ist, bevor sie richtig begonnen hat?

Eines ist in jedem Fall klar: Abschied vom Atomstrom zu nehmen heißt, erst einmal zu investieren, und zwar nicht nur in Windräder, Solaranlagen und neue Stromtrassen. Auch im Privatbereich gibt es viel zu tun. Veraltete Heizungen modernisieren, schlecht isolierte Gebäude dämmen, Energie also effizienter Nutzen – Immobilienbesitzer stöhnen erst einmal über die Belastungen der Investitionen, die auf sie zukommen, auch wenn diese sich dann bald lohnen.

Doch auch Mieter müssen aktiv werden, denn Stromschlucker und veraltete Geräte gibt es in jedem Haushalt. Selbst wenn sich das nach einigen Jahren amortisiert – alte Geräte zu ersetzen bedeutet erst einmal zu investieren – wie ein Unternhemer in den eigenen vier Wänden zu denken.

„wissen aktuell: Die Energiewende“ zeigt, wie komplex der Umstieg auf erneuerbare Energien ist, und fragt: Wie kann man den Strom selbst erzeugen und speichern, welche Rolle spielen konventionelle Energieträger wie Braunkohle und Gas in der Übergangszeit, welche dezentralen Lösungen gibt es?
Die Sendung ist also ein lohnenswerter Einstieg in den Gesamtzusammenhang.
Viel Freude bei Sehen!

„wissen aktuell: Die Energiewende“

3SAT | 08.11.12 | 20:15

Quelle: 3SAT 2012