+ 19.09.2013 + Das könnte die Lösung für das Strompreisproblem sein.

Ein Zusammenschluss aus Wind-, Solar- und Biomasseanlagen, der seinen Strom direkt vermarktet. Das sogenannte virtuelle Kraftwerk der norwegischen Firma Statkraft in Deutschland hat nun eine Anschlussleistung erreicht, die das größte konventionelle Kraftwerk weit überholt.

Die Vision klingt so einfach wie genial: Sämtliche Wind-, Solar- und Biomasseanlagen werden über das ganze Bundesgebiet verbunden und über Leitwarten ferngesteuert. Je nachdem, wie viel Strom benötigt wird, lassen sich Windräder abschalten oder Biomasseanlagen ans Netz nehmen. So lassen sich Schwankungen ausgleichen, weil selten in der ganzen Republik gleichzeitig weder Wind weht noch Sonne scheint, und weil Biomasseanlagen obendrein das Netz bei Bedarf stabilisieren können. Vermarkten die Betreiber ihren Strom dabei auch noch direkt, entlastet das die Stromkunden, weil die EEG-Umlage sinkt. Ist das die schöne neue Energie-Zukunft?

Der norwegische Stromanbieter Statkraft kommt der Vision nun zumindest einen Schritt näher. Er betreibt in Deutschland ein sogenanntes virtuelles Kraftwerk. Das heißt: Über 2.000 Ökostrom-Anlagen sind zusammengeschlossen und mit einer Steuerungseinheit ausgerüstet – auf alle Anlagen hat eine Leitwarte Zugriff. Mehr als 90 Prozent des Strommixes im virtuellen Kraftwerk machen dabei Windkraftanlagen aus, die quer über Deutschland verteilt sind; dazu kommen ein paar Solarparks und Biomasseanlagen. „Die geografische Ausdehnung des virtuellen Kraftwerks von Schleswig-Holstein bis Bayern, von Nordrhein-Westfalen bis Sachsen ermöglicht es außerdem, optimale Erträge aus verschiedenen Wetterlagen zu erzielen“, heißt es in einer Mitteilung von Statkraft

Insgesamt kommt der Zusammenschluss auf eine stolze Erzeugungskapazität von 4.500 Megawatt – und überbietet damit jedes konventionelle Kraftwerk. Zum Vergleich: Das größte Braunkohlekraftwerk Jänschwalde hat eine Leistung von 3.000 Megawatt

Technisch ist es möglich, Regelleistung bereitzustellen

Theoretisch könnte das virtuelle Kraftwerk von Statkraft das leisten, woran die Erneuerbaren derzeit noch kranken: Regelleistung bereitstellen. „Technisch ist das schon möglich“, sagt Statkraft-Sprecherin Judith Tranninger gegenüber klimaretter.info. Das Unternehmen hat in Deutschland inzwischen die Hälfte seiner Ökostromanlagen, also das virtuelle Kraftwerk, mit Fernsteuerung ausgerüstet. „Je mehr Anlagen – umso besser ist das für den Strommarkt.“

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